Nasenzyklus, Nasenatmung, Nasenloch zu, Nasenlöcher

Atmet man eigentlich durch beide Nasenlöcher immer gleichmäßig?

Nein! Man atmet nicht immer gleichmäßig durch beide Nasenlöcher! Verantwortlich dafür ist der NASENZYKLUS!
Tatsächlich wechselt die Atmung durch beide Nasenlöcher, so dass man vorwiegend nur durch EIN Nasenloch atmet.
Dieser Vorgang läuft unbewusst ab, und viele von Euch haben es wahrscheinlich auch noch gar nicht bemerkt. Aber gerade, wenn man über eine Nasen-OP nachdenkt, oder eine Nasenkorrektur hinter sich hat, achtet man um so mehr auf alles, was mit der Nase zu tun hat. Dann fällt es häufig auf, dass man durch ein Nasenloch weniger Luft bekommt, als durch das andere und dass sich beide Nasenlöcher abwechseln. Diese Beobachtung sorgt dann gelegentlich sogar für Verunsicherung und die Frage, ob denn mit der Nase überhaupt alles in Ordnung ist.
Daher möchte ich Euch heute erklären, was es mit dem NASENZYKLUS auf sich hat.

Die Funktion der Nase und der Nasenzyklus

Die Nase übernimmt eine ganze Menge an Aufgaben: sie erwärmt, reinigt und befeuchtet die Atemluft als erste Station unseres Atemwegssystems. Täglich atmen wir ca. 10.000 Liter Luft ein und aus. Die Nase ist ebenso verantwortlich für das Riechen. Man geht davon aus, dass es daher abwechselnd Ruhepausen für eine Nasenseite gibt: mal ist die Schleimhaut der einen Seite angeschwollen und lässt weniger Luft als die andere durch, diese Seite befindet sich in der Ruhephase, die andere Seite dagegen ist abgeschwollen und lässt viel Luft durchfließen. Diese Seite befindet sich in der Arbeitsphase. Das geschieht in einem bestimmten Rhythmus, dem Nasenzyklus.
Diese wechselseitige Änderung des Schwellungszustandes der Nasenschleimhäute ist physiologisch, also ganz normal.
In der Arbeitsphase strömt durch die weite, abgeschwollene Nasenseite mehr Luft ein, es kommt zu Turbulenzen, die Luft wird umhergewirbelt. Dabei wird die eingeatmete Luft gesäubert, erwärmt und angefeuchtet, damit sie in der Lunge sauber ankommt, eine ideale Temperatur von 37°C und eine relative Feuchtigkeit von 100% hat.
In der dann folgenden Ruhephase schwillt die Schleimhaut an, in die Nasenhaupthöhle gelangt weniger Luft und die Turbulenzen werden geringer. Dabei regeneriert sich die Schleimhaut, sie speichert wieder neue Wärmeenergie und Feuchtigkeit für die spätere Arbeitsphase.

Studien zum Nasenzyklus

Der Nasenzyklus wurde erstmals 1895 durch den Arzt Richard Kayser beschrieben. Seither haben sich viele Studien dem Nasenzyklus gewidmet, vor allem seinen Einflüssen auf das Riechen, die Einflüsse von Körperposition, vegetativem Nervensystem, Stress, Einflüsse von Klima und körperlicher Arbeit auf den Nasenzyklus. Das Wissen ist aber noch immer sehr lückenhaft!
Man weiß zum Beispiel noch gar nicht genau, ob überhaupt alle Menschen einen funktionierenden Nasenzyklus besitzen, unabhängig von einer Nasenoperation oder einer schiefen Nasenscheidewand. Einige Studien gehen davon aus, dass ungefähr 80 % aller Menschen einen funktionierenden Nasenzyklus haben. Auch gibt es unterschiedliche Studienergebnisse, wie lange ein Nasenzyklus dauert: Das scheint von Person zu Person sehr unterschiedlich zu sein und dauert wohl zwischen 1,5 und 10 Stunden.
Fun Fact: Es wurde ein Unterschied zwischen Rechts- und Linkshändern in der Dauer des Nasenzyklus nachgewiesen. Bei Linkshändern scheint ein Zyklus nur halb so lang zu sein wie bei Rechtshändern. AHA!?! Warum das so ist, das hat aber bisher noch niemand so genau herausgefunden.

 

 

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Literatur beim Verfasser, Fotos © Dr. Eichhorn-Sens

 

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