Bildbearbeitung auf Instagram und Co. - Gesetz zur Kennzeichnungspflicht

Bildbearbeitung in sozialen Medien.

– in Norwegen gilt seit Juli eine Kennzeichnungspflicht für Bildbearbeitung auf Instagram und Co.

 

 

Neues Gesetz zur Bildbearbeitung auf Instagram und Co.

 

Perfektes Gesicht, perfekte Nase, porenreine strahlende Haut, ideale Körperform und Körpergröße scheinen in der Bilderwelt der sozialen Medien eher die Regel als die Ausnahme zu sein. Bildbearbeitung auf Instagram und Co  machen die Illusion der Perfektion in den sozialen Medien mit wenigen Clicks möglich.

Dies bleibt nicht ohne Folgen für die Selbstwahrnehmung der Bildkonsumenten.

Norwegen hat daher zum Schutz der Verbraucher aktuell ein Gesetz zur Kennzeichnungspflicht retuschierter Fotos erlassen. Ohne explizite und einheitliche Kennzeichnung dürfen in Norwegen ab sofort keine Fotos mit retuschierten Gesichtern und Körpern veröffentlicht werden wenn hiermit kommerzielle Zwecke  verfolgt werden.

Diese Gesetzesänderung wurde bereits vor einem Jahr beschlossen. Umgesetzt muss das Bildbearbeitungs-Gesetz seit 1. Juli 2022 auch von Influenzerinnen und Influenzern in den sozialen Medien. Bei Missachtung drohen Bußgelder.

Der Hinweis auf die Bildbearbeitung soll auf 7 Prozent der Bildfläche gut sichtbar in der linken oberen Ecke dargestellt werden.

„kroppspress“ bedeutet Körperdruck durch unrealistische Schönheitsideale

 

Die norwegische Regierung möchte damit insbesondere Kinder und Jugendliche gegen den massiven Körperdruck und vor unrealistischen Körperidealen schützen. Man geht davon aus, dass durch ständigen Konsum von bearbeiteten idealisierten menschlichen Gesichtern und Körpern unrealistische Schönheitsideale und einhergehend massiver Körperdruck entstehen können. In Norwegen gibt es dafür ein eigenes Wort: „kroppspress“.

Das norwegische Bildbearbeitungs-Gesetz will ins Bewusstsein rücken, dass Menschen in der Werbung und in sozialen Medien nicht immer so abgebildet sind, wie sie tatsächlich in Wirklichkeit aussehen.

Meine persönliche Erfahrung als Plastische Chirurgin

 

Auch ich erlebe in meiner Sprechstunde, dass vereinzelt Patientinnen und Patienten als Schönheitsideal Bilder von bestimmten Prominenten oder Influenzerinnen und Influenzern mitbringen. Für diese Patientinnen und Patienten ist das bildbearbeitete Foto Realität und sie kommen mit dem Ziel, durch eine Operation genau so aussehen zu wollen. Und das, obwohl man sieht, dass die Bilder stark bearbeitet sind. Für diese Patientinnen und Patienten ist es oft trotz der offensichtlichen künstlichen Bearbeitung unfassbar schwierig, die Bildbearbeitung bewusst zu erkennen. Um so schwieriger ist es sich bewusst zu machen und zu akzeptieren, dass ein solches Ergebnis nicht von einer Operation erwartet werden kann.

Es bleibt spannend, ob das Gesetz in Norwegen sein Ziel erreichen wird und ob sich andere Länder ein Beispiel nehmen werden.

 

 

Quelle: https://www.forbrukertilsynet.no/merking-av-retusjert-reklame

 

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2 Comments
  • Alida
    Posted at 10:10h, 28 Januar Antworten

    Es macht einen großen Unterschied, ob im Bild die Identität einer Person verfälscht wurde oder nur die Bildqualität optimiert wurde. Retusche ist nicht gleich Identitätsveränderung.

    Was soll das genau heißen mit der norwegischen Kennzeichnung für bearbeitete Bilder? In etwa,
    dass das Bild retuschiert wurde und deshalb Vorsicht norwegische Kinder, es ist ein Alien?!

    Was werden die Norweger nur tun bei all den schön operierten Menschen und kosmetischen Verschönerungen etc., wenn sie schon gegen ästhetische Bilder etwas haben?

    Wen stört denn, dass das Bild optimiert wurde?
    Mit unästhetischen Bildern, die eine Person unvorteilhaft, horrorbeleuchtet, verzerrt und falsch darstellen, kann man ja bekanntlich nichts anfangen.

    Schöne Grüße!

    • Praxis Dr. Eichhorn-Sens
      Posted at 13:19h, 28 Januar Antworten

      Danke für Ihren interessanten Beitrag zu diesem Thema! Das ist sehr spannend und natürlich gibt es beim Thema Bildbearbeitung / Filter viele verschiedene Blickwinkel.
      Es ist aber auch nachweisbar, dass Kinder und Jugendliche, auf der Suche nach ihrer Identität, sich von digitalen Schönheitstrends ganz besonders beeinflussen lassen. Das kann tatsächlich zu psychischen Krankheiten führen, bei denen die Betroffenen und auch deren Familien leiden. Ich denke, mit dem norwegischen Gesetz möchte man diese Probleme versuchen zu bekämpfen. Ich wollte mit dem Blogbeitrag auf diese Thematik aufmerksam machen und die Diskussion darüber anregen. Daher – nochmals vielen Dank für Ihren Kommentar – und bleiben wir gespannt, ob es noch weitere Meinungen dazu gibt.

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