Tamponade Rhinoseptoplastik

Nasentamponaden nach der Nasenoperation (Rhinoseptoplastik)

Fast bei jedem Beratungsgespräch wird die Frage ob Nasentamponaden nach der Nasenoperation (Rhinoseptoplastik) verwendet werden gestellt. Einige Patienten sind verunsichert da gerade in den sozialen Medien viele Gerüchte über Nasentamponaden kursieren. Verständlicherweise führen Beiträge, in denen über Schmerzen oder Nachblutungen beim Entfernen der Nasentamponaden berichtet wird dazu Ängste vor der Verwendung von Nasentamponaden bei der Nasenkorrektur zu schüren. Einige Kollegen informieren darüber (einige werben eher damit), dass sie keine Nasentamponaden verwenden, sondern stattdessen Röhrchen in die Nasenlöcher einlegen.

Dabei ist eine realistische Information über die Verwendung von Nasentamponaden und mögliche Komplikationen dringend erforderlich.

Während meines gesamten Berufslebens habe ich Schmerzen und Blutungen beim Ziehen von Nasentamponaden bislang nur dann erlebt, wenn die Tamponaden über mehrere Tage in der Nase verblieben waren, dabei ausgetrocket sind und daher an der Schleimhaut angeklebt waren. Werden solche Tamponaden dann „beherzt“ entfernt, kann es für den Patienten eine unangenehme Erfahrung werden. Dies  kann jedoch in der Regel durch die richtige Pflege und die richtige Technik sowohl beim Einlegen als auch bei der Entfernung der Nasentamponaden vermieden werden.

Daher möchte ich heute darüber sprechen, wie wir in unserer Praxis mit Tamponaden bei der Nasenkorrektur verfahren:

Bei unseren Patienten, wenn sie ambulant an der Nase operiert werden können, sind keine Nasentamponaden notwendig, die über mehrere Tage in der Nase verbleiben müssen.

Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass kurze Nasentamponaden über einen kurzen Zeitraum in den Nasenlöchern verhindern, dass es direkt nach dem Aufwachen aus der Narkose zu einer Einblutung im Bereich des Schnittes in der Schleimhaut des Nasenloches kommen kann. Das kommt zwar selten vor, kann dann aber den Patienten in den nächsten Tagen belasten.

Warum ist das so? Bei der Narkose wird der Blutdruck kontrolliert überwacht und gesenkt, so dass der Operateur die feinen Techniken der Nasenkorrektur durchführen kann, ohne dass eine starke Blutung das behindert (denn die Nase ist an sich ja sehr gut durchblutet). Wenn die Narkose beendet wird und der Patient aufwacht, kommt es wieder zu einem Blutdruckanstieg. So kurz nach der Operation können dann Blutungen auftreten.

Um das zu verhindern, gebe ich am Ende der Operation ganz weiche, sterile Tamponaden in jedes Nasenloch. Diese Tamponaden werden vorher mit einer antibiotischen Lösung befeuchtet.

Wir entfernen die Nasentamponaden nach der Nasenoperation spätestens 2 Stunden postoperativ. Die Befeuchtung der Tamponaden sorgt u.a. dafür, dass die Tamponaden in der Regel völlig schmerzfrei entfernt werden, denn sie können in dieser kurzen Zeit nicht austrocken und ankleben. Unsere PatientInnen gehen daher ohne Tamponaden nach der Nasenoperation nach Hause und können noch am Tag der Operation wieder durch die Nase atmen.

Hier unser VLOG zu diesem Thema: ” Nasentamponaden nach der Nasenoperation”


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